Arbeitsgemeinschaft Funk (AFD)

Arbeitsgemeinschaft Funk (AFD) – 11-Meter-Band Amateure – Deutschland e.V.

 
 

Archiv für Juni 6th, 2017

Bußgeld für Funker ?

Erstellt von Christian am 6. Juni 2017

Liebe Funkfreundinnen und Freunde,

wie Ihnen / Euch vielleicht schon bekannt ist, soll über den Bundesrat (Drucksache 242/17 vom 30.05.2017) ein Herzenswunsch desVerkehrsministeriums im Eilverfahren „durchgeboxt“ werden, welcher die Nutzung von Funksprechgeräten aller Art im Auto unter Bußgeld(100 Euro) stellen soll. Dem CB- und Amateurfunk, der Firmenbetriebsfunk in der heutigen Form wird damit der „Todesstoß“ versetzt,wenn dieser Entwurf so verabschiedet und umgesetzt wird. Einer Erhebung des Landes Nordrhein-Westfalen zufolge sind alleine 96 Prozent der polnischen, 74 Prozent der niederländischen und 65Prozent der deutschen Lkw mit CB-Funk ausgestattet. (Quelle: http://t1p.de/rmhp)  Zahlreiche Autobahnmeistereien haben dem Rechnunggetragen und mit erheblichem Kostenaufwand CB-Funkwarnsysteme für Autobahnbaustellen beschafft. Die Unfälle durch LKW sind seitdemerheblich zurückgegangen. (http://t1p.de/ihrr)  Eine Umsetzung des Verordnungsentwurfs würde in der Praxis einem „Funkverbot“ in Kfz oder LKW gleichkommen. Eine Nachrüstungvorhandener CB-Funkgeräte mit einer „Freisprech“-(VOX-)Funktion ist technisch nicht möglich und wäre auch bei Neugeräten aufgrundder Umgebungsbedingungen („Geräuschkulisse“) in LKW schwierig zu realisieren sein. CB-Funk wird von LKW-Fahrern erfahrungsgemäß auch nicht für langanhaltende Gespräche, sondern i.d.R. für knappe verkehrsbezogeneDurchsagen benutzt. Insgesamt dürfte im Falle von CB-Funk der Wegfall der beschriebenen Sicherheitsaspekte die angestrebten, vermeintliche Vorteile dergeplanten Regelung nicht aufwiegen. Was ist zu tun? Da die Zeit drängt, der Antrag könnte sonst in etwa 3 Wochen schon verabschiedet werden, um rechtzeitig vor der anstehendenBundestagswahl „fertig“ zu sein, schlage ich vor: – Ihren/Euren lokalen Bundestags- und/oder Landtagsabgeordneten anzusprechen (am besten alle im Bundes/Landtag vertretene Parteienansprechen)– Die Landesregierung des eigenen Bundeslandes anzusprechen (der Bundesrat ist Ländersache)– Ihre (Berufs)Kollegen, Funkerkollegen zu informieren.– Mir Rückmeldung zu geben, welche Aktionen Sie einleiten oder an welchen Sie sich beteiligen möchten, um einen möglichstdurchgehende Informationsstand zu erreichen. Ein Funkverbot würde beispielsweise der LKW-Fernfahrer-Branche ein wichtiges Sicherheits- und Kommunikationsnetz rauben. VieleUnfälle passieren, weil LKW-Fahrer nicht rechtzeitig vor Staus gewarnt werden. Die Straßenmeistereien strahlen auf CB-FunkWarnmeldungen aus. Viele LKW- und PKW-Fahrer warnen sich gegenseitig vor Gefahren. Das alles wäre künftig hinfällig oder würdeerschwert. Vorschläge wie der Einsatz von Freisprecheinrichtungen scheitern daran, dass viele CB-Funkgeräte gar keine passendenAnschlüsse haben und Änderungen „verboten“ sind. Firmen aus dem Sicherheitsbereich (Wachschutz, Geldtansporte) sind ebenso betroffen, wie Speditionen, Kurierdienste etc., bei dender Sprechfunk zum täglichen Berufsalltag gehört. CB- und Amateurfunk sind bei technischen Großschadenslagen (Ausfall der meist Internet basierten Netze) oft noch die einzige analogeKommunikationsmöglichkeit. Wenn es keine CB- und Amateurfunker mehr gibt, weil sie unter normalen Bedingungen ihr Hobby nicht mehrausüben dürfen, wären sie auch im Ernstfall nicht mehr da. Es muss erreicht werden, dass der Bundesrat diesen Entschluss vor der Bundestagswahl erst einmal zur gründlichen Beratungzurückzieht und später eine vernünftige Regelung gefunden wird.  Es wäre zu überlegen, ob nicht CB-Hersteller (Industrie), Handel, Beratungsunternehmen, Prüflabore & Funk-Anwender sich in einem„Runden Tisch“ zusammen finden, um gegenüber Politik und Verwaltung ein starkes Signal zu setzen, damit solche bedrohlichenSzenarien sich künftig nicht mehr wiederholen können. Es ist völlig einzusehen, dass das Schreiben einer Textnachricht an einem Smartphone während der Fahrt lebensgefährlich werden kann.Die Bedienung eines Mikrofons hingegen gehört für viele Funker so zur Routine, dass es keine Ablenkung mehr darstellt. Die aktuelle Vorlage des Bundesrates (sehr viel Text und sehr kompliziert formuliert) kann hier nachgelesen werden: http://www.bundesrat.de/drs.html?id=424-17 Weitere Informationen zum Thema auf www.funkmagazin.dewww.cb-lounge.dewww.funkbasis.de Falls Sie/Ihr weitere Informationen / Links kennt, stehe ich gerne zur Verfügung. 

Mit freundlichen GruessenHenning Gajekim CB-Funk seit 1977früher Redaktion funk/CB-Funklangjähriger Pressesprecher DAKfCBNFlangjähriger Pressesprecher DCBO

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